Unsere Werte

Was braucht das Kind, was brauchen die Eltern, um sich als erfüllt und in Balance zu erleben? Eine wichtige Frage. Dennoch sehen wir in unserer beruflichen Arbeit mit Familien und Kleinkindern tagtäglich Momente der Unsicherheit und sogar seelischer Not, die über diese Frage weit hinaus reichen.

Unsere Haltung in der Begleitung zeichnet sich unter anderem aus durch:

  • Achtsamkeit als oberstes Prinzip. So nehme ich den Anderen und mich ganz wahr. Urteilslos.
  • Die Liebe trägt manchmal Schweres. Verstrickungen, familiäre Dynamiken fordern nicht zum Bruch mit Menschen auf, sondern zur Überwindung des Problems. Mehr noch: zur Aussöhnung als tiefreichende, nachhaltige Lösung.
  • Beziehung statt Erziehung. Das Kind benötigt Halt, Geborgenheit, Liebe und Eltern, die ihre Verantwortung voll nehmen. Alles Weitere ... darf mit Leichtigkeit dazu kommen.
  • Das Kind ist bereits vollkommen. Wir sehen Lernen als lustvollen, lebenslangen Bestandteil des Seins. 

 

Erweiterung der Handlungsqualitäten um Seinsqualitäten

Die Ebene der existentiellen Befindlichkeit des Menschen wird in unserer Arbeit mit ein bezogen. Es geht dabei darum, als Mensch, als Person und als ganz individuelles Wesen Raum in der Beziehungsgestaltung zu erfahren ohne dafür bestimmte Merkmale vorweisen zu müssen. Im systemisch-phänomenologischen Denken und Handeln wird daher ein Bewusstsein für die eigene Vorbildwirkung in der Dimension des eigenen Menschseins geschaffen. Der Mensch mit seiner ganzen bisherigen biographischen Geschichte wirkt auf den Beziehungs-Prozess ein und zeigt sich auch dort am intensivsten.So ist z.B. bedeutsam, wie Eltern selbst das eigene Leben führen und gestalten, sowie Probleme meistern. 

Authentizität

Ein Schlüsselbegriff in der Tätigkeit der FamilienmentorIn ist weiters die Authentizität oder Echtheit in der Begegnung. Der Ausgangspunkt für diese Überlegungen ist, dass Wahrhaftigkeit in der Begegnung eine große Wirkung hat, Orientierung sowie Sicherheit gibt und Vertrauen wachsen lässt. Systemisch-phänomenologisches Denken und Handeln bezieht daher immer auch die Ebene des Denkens, des Fühlens und Handelns in Bezug auf unsere Beziehungen, besonders auf jene des Kindes, ein.

Autonomie des Menschen

Unsere ganzheitliche Sicht des Menschen baut auf das Selbstverständnis auf, den anderen als ein autonom handelndes Wesen wahrzunehmen. Das bedeutet, dass echte Lernprozesse beim Kind nicht direkt hervorgerufen werden können, denn jedes Verhalten des Kindes macht aus seiner Perspektive Sinn. Systemisch-phänomenologisch-pädagogisches Handeln ist darauf ausgerichtet, die Entscheidungsfreiheit des Kindes zu wahren und es selbst entscheiden zu lassen, ob es das Verhalten ändern möchte.

Der Ansatzpunkt für Veränderungen ist daher in erster Linie im Beziehungsgeschehen und in der Person der Mutter / des Vaters selbst angesiedelt. In diesem Sinne erachten wir Kooperation als wertvoll.

Emotionalität als Wahrnehmungsinstrument

Emotionalität und Professionalität stehen in der Beratung keineswegs im Widerspruch. Die emotionale Ebene - sowohl beim Erwachsenen als auch beim Kind - wird als ein zentraler Fokus im Familienmentoring betrachtet, da diese die jeweilige Befindlichkeit und damit auch die jeweilige Bedürfnislage zum Ausdruck bringen. Emotionalität ist damit ein wichtiger Sensor zur Wahrnehmung der eigenen und der fremden Person. Anhand der Emotionalität werden Verstrickungen wahrnehmbar und somit auflösbar. Im Beziehungsgeschehen sind sowohl "positive" als auch "negative" Emotionen für die Gestaltung der Beziehungsprozesse äußerst relevant.

Prozessorientiertes Denken

Systemisch-phänomenologisches Handeln und Denken bedeutet auch, Entwicklung als einen Prozess zu begreifen. Ein Prozess kann nur durch eine kontinuierliche Bezugnahme der Menschen (im Besonderen: vom Erwachsenen auf das Kind) in Gang gesetzt und auch erfolgreich erfahren werden. Diese Form des Denkens setzt voraus, dass die Ziele des Prozesses definiert sind (Auftragsformulierung und Abgleichung mit den Möglichkeiten). In andere Worte gefasst, bedeutet das, dass FamilienmentorInnen die Haltung des Raum-Gebens für die Entwicklungsprozesse und des „Werden Lassens“ entwickeln. Dies setzt zwei positive Vorannahmen der FamilienmentorIn im Beziehungsgeschehen voraus:

jeder Mensch handelt in jeder Situation aus seiner Sicht bestmöglich und versucht seine Bedürfnisse/Schmerzen zu schützen

jedes Kind entwicklet sich unter entsprechenden Rahmenbedingungen und unter Beachtung seiner Bedürfnisse gemäß seinem "inneren Bauplan" 

Wahrnehmung der Einzigartigkeit jedes Menschen

In unserer Arbeit steht die Einzigartigkeit des Kindes als auch des Erwachsenen im Mittelpunkt. Jeder Mensch wird als einmaliges Wesen mit ganz spezifischen Qualitäten wahrgenommen, die er im Laufe seines bisherigen Geworden-Seins entwickelt hat.  Der Mensch wird daher nicht defizitär, sondern als ein Mensch mit einem Potential betrachtet, dem alles innewohnt. 

Wir betrachten das Du mit Liebe. Und wir betrachten das Ich mit Liebe.